Von Sankt Andreasberg über den Großen Knollen nach Bad Lauterberg und zurück - Harzer Wandernadel

St. Andreasberg - Glockenberg - Silberhütte - Gödeckenplatz - Schadenbeeksköpfe - Großer Knollen - Knollenkreuz - Kupferhütte - Krumme Lutter - Gödeckenplatz - Silberhütte - Glockenberg - St. Andreasberg

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Prolog

Meine siebte (nicht ganz so) große Tour durch den Harz lässt mich am 10. November 2013 ca. 28 km zwischen St. Andreasberg und Bad Lauterberg schlappe drei Stempelstellen der Harzer Wandernadel erwandern. Aber der Weg ist bekanntlich das Ziel.

Unerwarteter Start

Auf dem Glockenberg zeigt sich der spätherbstliche Harz von seiner typischen Seite. So geht die Forstwirtschaft mit Wanderwegen um.

Mit dem Bus gehts einmal mehr von Hahnenklee nach Clausthal-Zellerfeld und von dort ganz bequem per Anrufsammeltaxi nonstop bis zum Glockenberg in St. Andreasberg. Oben auf dem Glockenberg hat mich bei ca. 625m der einsame Spätherbst bei frischen 1 Grad Celsius komplett vereinnahmt. Ein kurzes Stück weiter wartet dann bereits eine böse Überraschung: der Weg ist nicht nur mit Flatterband abgesperrt, er ist auch komplett zugerümpelt mit etlichen Holzstößen. Ein "schöner" Auftakt, der mich in meiner Erfahrung bestätigt, dass die Forstwirtschaft der größte Feind des Wanderers ist. Mit verwüsteten oder gnadenlos abgesperrten Wanderwegen muss man ja immer rechnen, aber dass gleich zwei Wege nebeneinander als Holzlager zweckentfremdet und unpassierbar sind, habe ich bisher noch nicht erlebt. Mit kreativer Wegfindung kann ich das Problem jedoch umgehen.

Zum Großen Knollen

Kunstgraben oberhalb von Silberhütte. Vom Gödeckenplatz aus hat man eine tolle Aussicht auf das nördliche Harzpanorama.

Zügig geht es weiter abwärts nach Silberhütte (433m), dort über die Straße und recht steil wieder bergauf. Vom Gödeckenplatz und der angrenzenden Höhe (ca. 620m) hat man eine tolle Aussicht nach St. Andreasberg. Jenseits der Höhe ist der erste Stempel (Schadenbeeksköpfe) schnell ins Heft gedrückt. Ohne Pause eile ich weiter bis zum Großen Knollen, ich will schließlich aus guten Gründen meine Zeitplanung einhalten. Das letzte Stück geht steil bergauf bis zum Gipfel auf 687m Höhe. Oben auf dem Großen Knollen finde ich eine kleine Überraschung: einen Mercedes-Benz LA 911 aus dem Jahr 1964, der als Mastbauwagen der Polizei Niedersachsen für den Richtfunk eingesetzt wird. In knapp 8,5 Kilometer Entfernung ist der Fernmeldeturm auf dem Ravensberg zu sehen, der womöglich als Gegenstelle dient.

347m abwärts

Der Spätherbst verleiht dem Harz ganz eigene Farben. Knollenkreuz mit Köthe und Stempelkasten (Stempelstelle 152 der Harzer Wandernadel).

Ohne größere Pause verlasse ich den Großen Knollen und laufe über abwechslungsreiche Wege weiter bis zum Knollenkreuz auf ca. 480m Höhe. Unterwegs habe ich schöne Ausblicke auf den spätherbstlichen Harzwald. Beim Knollenkreuz gibts den letzten Stempel dieser Tour für mich, dann geht es einen ziemlich vermatschten Weg weiter abwärts bis Kupferhütte bei Bad Lauterberg. Dort habe ich bei knapp 320m den tiefsten Punkt meiner Wanderung erreicht.

Zurück

Die Krumme Lutter bei der Grube Hoher Trost. Ausbiss des Schwerspatgangs der Grube Wolkenhügel.

Durch das Tal der Krummen Lutter laufe ich die asphaltierte Straße entlang, vorbei an ehemaligen Stätten des Bad Lauterberger Bergbaus. Trotz der Straße ist dieser Abschnitt schön zu laufen, denn es gibt rechts und links des Weges einiges zu sehen. Beim Mundloch der Grube Wolkenhügel biege ich rechts ab und laufe zum ca. 120m höher gelegenen Gödeckenplatz. Dort erreiche ich wieder meinen Hinweg. Kurz vor Silberhütte ist der Weg plötzlich übersät mit Karotten. Wenige Momente später kommt auch schon ein alter Gastjäger schwer schnaufend den Berg heraufgekeucht. Ob er es wohl noch bis auf den Hochsitz schafft?! Von Silberhütte ist es dann nur noch ein kleines Stück über den Glockenberg bis zur Bushaltestelle.

Geschafft

Ein alter Wegweiser nach Bad Lautereberg müht sich redlich, seiner Aufgabe gerecht zu werden.

Ich habe Glück, der Bus über Clausthal-Zellerfeld zurück nach Hahnenklee lässt nicht lange auf sich warten. Diese Tour beweist einmal mehr, dass der Harz zu jeder Jahreszeit schön ist und seine Reize hat. Begleitet hat mich wieder die Olympus E-5 mit Zuiko 50-200mm 1:2.8-3.5
, November 2013

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